Aquakultur > EINFÜHRUNG

Aquakultur ist die Aufzucht von Süß- und Salzwasserorganismen. Erste Nachweise für menschliche Aquakulturpraktiken können bis auf 6000 v. Chr. datiert werden. Die erste kommerzielle Fischbruteinrichtung wurde 1864 aufgebaut.

Etwa 430 (97%) der 2007 kultivierten Arten wurden im 20. Jahrhundert domestiziert. Schätzungsweise 106 von ihnen kamen in der Dekade bis 2007 hinzu. 2004 betrug die gesamte Fischereiproduktion weltweit 140.500.000 Tonnen, von denen 45.500.000 Tonnen bzw. etwa 32% aus Aquakulturen stammten.

Die weltweite Wachstumsrate der Aquakultur steigt stetig und schnell, mit einem Jahresdurchschnitt von 8 Prozent über 30 Jahre hinweg, während der Anteil aus Wildfang im letzten Jahrzehnt im wesentlichen gleich geblieben ist.

Probleme der Umweltverträglichkeit bilden unter anderem die Müllverwertung, die Nebeneffekte von Antibiotika, die Konkurrenz zwischen gezüchteten und wilden Tieren sowie die Verwendung anderer Fische zur Fütterung von besser vermarktbaren fleischfressenden Fischen. Nichtsdestoweniger haben Forschung und kommerzielle Fütterungsverbesserungen während der 1990er und 2000er viele dieser Probleme verringert.

Die Kriterien von Friend of the Sea für nachhaltige Aquakultur erfordern:
- Schutz kritischer Habitate (Mangroven, Feuchtgebiete)
- Einhaltung der Wasserparameter
- Reduzierung von Fischflucht und Rückwürfen auf ein geringfügiges Maß
- keine Verwendung von schädlichen Antifoulingmitteln, gentechnisch veränderten Organismen und Wachstumshormonen
- soziale Verantwortung
- schrittweise Reduzierung des CO2-Fußabdrucks

Etwa 75 Aquakultur-Erzeuger weltweit haben eine Prüfung nach den Kriterien von Friend of the Sea angefordert, von denen etwa 50 eine Zertifizierung erhalten haben.

 

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